#1 | Ziegelsteine im Kopf

Es klingt tatsächlich dramatischer als es ist, zugleich vielleicht sogar ein bisschen poetisch. In der Tat.
Doch das Thema heute ist alles andere als poetisch. Eher rau und ungemütlich, etwas woran man sich die Knie aufschlägt, Ellenbogen aufscheuert und sich die Finger dran wund kratzt.
Denn die letzten zwei Wochen waren alles andere als konstruktiv, viel mehr destruktiv. Unproduktiv.
Ich hatte Schreibhemmungen. Das ist sowas wie Ladehemmungen. Nur eben was das Schreiben angeht.

Leere

Weder für mein Manuskript, noch für den Blog habe ich irgendeinen (guten) Text verfasst.
Ehrlich gestanden, ist die Qualität hier weniger das Problem als die Quantität. Sicher, ich habe hier und da mal was getippt. In mein Notizbuch gekritzelt. Auf Schmierzetteln notiert. Aber wirklich effektiv oder effizient war das nicht.
Das kann man sich am besten vorstellen, wenn man an eine Baustelle denkt. Eine Baustelle auf der ein Haus gebaut werden soll.
Die Baumaterialien wurden geliefert, die Pläne und Skizzen liegen vor, das Fundament ist gegossen und die erste Reihe Ziegelsteine aufgetürmt. Der Rohbau steht.

Soweit so gut. Würde man denken.

Doch dann kommt man wie gewohnt zurück zu seiner Baustelle, voller Motivation, Euphorie und Schöpfgeist – doch irgendwas ist anders. Nichts geht mehr!

Die Pläne ergeben keinen Sinn, egal wie man sie dreht und wendet.
Die Werkzeuge taugen nichts mehr oder fehlen komplett.
Die Steine halten nicht mehr aufeinander, verrutschen, weil irgendwas mit dem Kit nicht stimmt. Die Wände werden schief und krumm und aus Frust reißt man das Tagewerk wieder ein. Weil es einfach nicht richtig ist. Weil es eben nicht so aussieht wie es geplant war. Dann macht man für diesen Tag Feierabend und denkt sich nur: morgen wird’s bestimmt besser!

Schicht im Schacht

Wird es aber nicht. (Vorerst)
Also versucht man es Tag für Tag aufs Neue und wird nur noch frustrierter und gibt noch leichter auf und zweifelt an sich, an dem Projekt, sogar an der Idee selber.
Glaubt mir, das ist kein schönes Gefühl. Schreibhemmungen berauben einem Stückchen für Stückchen immer mehr der Begeisterung, Zuversicht, Motivation und Glauben an das wofür das Herz gerade eben noch so hoch schlug.

Jetzt denken viele sicher: ok, das Projekt Lipödem-Belletristik hat genauso schnell sein Ende gefunden, wie die Idee aufgekommen war.
Doch wie so oft im Leben, ist auch dies bloß eine schnöde öde Episode. Eine schreckliche Phase. Und sie ist vorbei !
Ja, genau, richtig gelesen. Zu ende. V-o-r-b-e-i.
Denn unverhofft kommt oft und so schrieb ich gestern wieder. Und schrieb und schrieb. Und auf einmal passten die Ziegelsteine wieder aufeinander. Nichts rutschte oder wackelte, die Pläne waren einwandfrei.

Deshalb ist mein Kopf voller Ziegelsteine.

Ich spreche darum auch ganz bewusst von Schreibhemmungen und nicht von einer Schreibblocklade. Denn blockiert war da nichts. Die Gedanken wuselten weiter fröhlich durch meinen Kopf und neue Ideen kamen, vorhandene Gedanken wurden präziser und manches wurde auch verworfen. Es gab einen Prozess. Nur leider brachte der nicht viel aufs Papier. Und das eben wegen dieser Hemmungen. Schreibhemmungen.
Bis der sprichwörtliche Knoten platzte und jetzt geht es weiter. Im wahrsten Sinne des Wortes: hemmungslos.

Drückt mir die Daumen – tschüssikowski
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Ihr kennt das sicherlich auch? Was macht ihr in einer solchen Situation, während dieser Zeit?
Könnt ihr irgendwelche Tricks & Kniffe empfehlen, wie man in so einem Fall wieder schneller auf’s Pferd kommt anstatt nur mit dem Sattel in der Hand am Reitstall auf den nächsten Gaul zu warten? (keine Wertung über das geliebte Hobby von Reitsportfreunden, die das hier vielleicht lesen)

Schreiben ist eben nicht einfach nur Tippen.

Letzte Woche habe ich euch hier enthüllt, dass ich meine Freizeit nun seit einiger Zeit dafür nutze einen Roman über das Leben & Lipödem zu schreiben. Und erfreulicherweise war eure Reaktion darauf nicht nur zahlreich, sondern auch durchweg positiv !

Positiv ist vielleicht sogar ein wenig untertrieben, denn einige von euch zauberhaften Ladies da draußen waren super zuversichtlich und sogar richtig enthusiastisch. Wow! Ihr könnt euch vorstellen, dass mich das natürlich ungemein motiviert hat und mir auch auf gewisse Weise nahe gegangen ist.
Bisher war ich davon ausgegangen, dass es eine spontane Idee ist für die nur ich mich begeistern kann und plötzlich sitzt ihr alle mit mir in einem Boot und gebt mir so viel Rückenwind – das ist so verdammt toll !!
Besten Dank dafür an euch alle da draußen, merci für die lieben Worte, das Feedback überhaupt. Danke Danke Danke.Blog

Jetzt drängt sich dem ein oder anderen sicherlich die Frage auf:
Du, Carina, warum bloggst du nicht einfach weiter über das Lipödem? Über dein Lipödem? Das wäre doch so viel einfache, konventioneller, mal eben zack zack runter tippen und publishen – fertich is‘ dat ding.
Könnte man meinen.

Doch um ehrlich zu sein, es gibt so einige tolle Lipödem-Blogs im world wide web. Welche die sich auf Mode konzentrieren, andere wiederum befassen sich hauptsächlich mit objektiver Berichterstattung und Information und dann sind da auch die klassischen Erfahrungsberichte. Mal so grob zusammengefasst.

Das finde ich auch alles wirklich toll und bin gerne ein kleiner Fisch in dem großen Meer der Lipödem-Blogs, aber ich bin nunmal nicht die typische Influencerin die euch Produkte en masse reviewt, erzählt wie super Produkt X ist und welche tollen Kollektionen, special editions oder Aktionen die großen Firmen als nächstes wieder auf den Markt schmeißen. Kann ich, habe ich gemacht, aber das wofür mein Herzchen besonders schlägt (und was dazu noch am besten bei euch bisher ankam!!) ist das „Geschichten schreiben“.

Posts wie Hosen-Horror oder auch Frauenparkplatz-Feminismus kamen richtig gut an. Und ich meine so richtig gut. Nicht nur wegen der thematisierten Inhalte.
Also warum sollte ich dann nicht das tun was ich sowie so am liebsten tue und euch scheinbar dazu auch noch gut gefällt? Das wäre doch Unfug.
So, never change a winning team.
Roman

Die Idee meinen Blog weiterzuentwickeln kam mir in dem Zusammenhang, dass ich mal wieder in einer der Lipo Gruppen bei Facebook unterwegs war und mir dachte:
„Mensch, wir sind so viele Frauen, die sich Tag täglich gegenseitig gut zusprechen, Ootds miteinander teilen und sich gegenseitig informieren – wieso weiß sonst keiner davon??“

Es ist also eher aus der Frage entstanden, obwohl es scheinbar so viele Betroffene gibt, wieso ist diese Krankheit nicht mehr publik? Wieso weiß die Allgemeinheit so wenig darüber?
Heutzutage weiß jeder Bescheid über Diabetes, Multiples Sklerose, ALS, diverse Lebensmittelunverträglichkeiten und so weiter. Egal wie exotisch, egal wie komplex, irgendwie hat jeder zumindest ein oberflächliches Grundwissen über diese Sachen. Zumindest gehört hat man davon und irgendwann kommt irgendwie immer das Gespräch auf so etwas und die Informationskette geht weiter.
Wieso also nicht auch für das Lipödem ???

Das ist die große Preisfrage, Freunde der Sonne  …
Aber genau das will ich ändern und ich habe einen Plan. Es bleibt also spannend, würde ich behaupten.

In diesem Sinne.
Tschüssikowski
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Es gibt was Neues !

Es ist ruhig geworden auf meinem Blog … — doch das soll sich nun ändern!

Ich habe mich einem neuen Projekt gewidmet, dass sich ebenfalls wie hier auf dem Blog mit meiner Erkrankung dem Lipödem beschäftigt und gleichzeitig meine größte Leidenschaft vereint, dem Schreiben.Idee

Na schon jemand eine Idee worum es gehen könnte??
Wer sich in letzter Zeit mal auf meiner Facebook-Seite rum getrieben hat, kann sich vielleicht jetzt schon etwas zusammen reimen.

Ich mache es kurz und lasse die sprichwörtliche Bombe platzen:
ich habe mir vorgenommen in diesem Jahr noch, einen Roman zu schreiben mit und über das Lipödem.

Die ersten Seiten sind fertig getippt und die Geschichte entwickelt sich stetig weiter.
Es soll eine einfachere, lockere Alltagslektüre werden. Unterhaltungsliteratur. Belletristik. Wie auch immer ihr es mögen nennt.
Dabei soll es sowohl aufklärend, erklärend und unterstützend sein, anderen die Gedanken, Sorgen und Nöte dieser Erkrankung nahe bringen und dabei darf es natürlich auch nicht an einer ordentlichen Portion Humor fehlen.

Denn wie schon viele kluge Köpfe vor mir richtig festgestellt haben ist Lachen für jeden von uns sehr wichtig.
Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.
– (Christian Morgenstern, 1871 – 1914)
Lachen ist eine Macht, vor der die Größten dieser Welt sich beugen müssen
– (Émile Zola, 1840 – 1902)
Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.
– (Nicolas Chamfort, 1741 – 1794)
Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.
– (Aristoteles, 384 – 322 v.Chr.)

Vorhaben

Den Entwicklungsprozess versuche ich hier nun wöchentlich zu dokumentieren. Angefangen von dem Hintergrund wie ich auf diese Idee kam, bis zur Entwicklung der Geschichte und der Charaktere, plots und alles drum herum was einen nunmal beschäftigt, wenn man versucht einen Roman zu schreiben.

Vielleicht werde ich sogar hin & wieder hier einzelne Leseproben veröffentlichen, um eure Meinung abzufragen und zu sehen wie sich mein Werk entwickelt.


Anders als erwartet und trotzdem super spannend das Ganze.

Ich hoffe, ihr seid genauso gespannt wie ich wohin diese „Reise“ führt und wie ihr über mein Projekt denkt, dürft ihr mir gerne in den Kommentaren verraten !

Bis bald & tschüssikowski,
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Lipödem | Hosen Horror

hosen-horror

Kennen Sie das ?

Es ist Wochenende, Sie gehen in die Stadt oder ins nächste Einkaufszentrum oder vielleicht sogar beides und denken sich: „Mensch eine neue Jeans wäre doch mal wieder was Feines.“

Immerhin haben sie tatsächlich kaum Jeans oder andere Hosen im Schrank. Und das nicht nur als schlechte Ausrede, um einen Shoppingtrip guten Gewissens zu rechtfertigen, sondern es ist ein unbestreitbarer Fakt.

Sie ziehen also los. Ab ins nächste Geschäft mit einer ansprechenden Dekorationsfläche im Fenster.Perfekte Jeans.jpgWie jede andere Person haben Sie natürlich konkrete Vorstellungen von Ihrer neuen Jeans in Spe: sie soll schon dunkel sein, aber nicht zu dunkel. Keine Waschung oder trendige Löcher. Auch bitte keine low rise Jeans, die unschön selbst nicht vorhandene Fettpölsterchen nach oben drückt. Lieber normale Bundhöhe. Denn high rise ist ja gerne mal zu viel des Guten.

Skinny fit, slim fit, regular oder Chino? Bootleg oder doch lieber Boyfriend?
Ich habe kräftige Beinchen, ich möchte die nicht noch unnötig optisch verbreitern, deswegen greife ich am liebsten zu einem der ersten Modelle.

Eine erste grobe Auswahl ist also schonmal getroffen, also los geht’s mit der kundenfreundlichen Beratung durch sogenannte Verkaufsberaterinnen.

Dann kommt die erste Hürde, wenn die Verkäuferin einen gut gemeint fragt: „Welche Größe tragen Sie denn? 38?“
Wie gesagt, gut gemeint. Nicht gut gemacht. Ich fange dann gerne mal etwas reichlicher an und arbeite mich runter und freue mich dann lieber über eine kleinere Größe als erwartet.

„Mindestens 40 oder 42.“ Das führt meist schon zu erstaunten Gesichtern.

JA, ich bin klein.
JA, ich habe einen schlanken Oberkörper.
JA, ich kenne meine „abnormalen“ Proportionen unten rum gut.
Deswegen sehen Sie mich bitte nicht so vorwurfsvoll an als hätte ich keine Ahnung von dem was ich sage.

Oft flitzen die fleißigen Verkaufs-Bienchen dann los und sammeln die Bestseller von der Fläche ein.ohne-stretch-ohne-michDie nächste Hürde.
Obwohl ich feste Jeans aus am besten 100% Baumwolle super finde, würde ich niemals eine anziehen. Denn ich komme meist schon gar nicht in die Hose rein in erster Instanz. Baumwolle in ombi mit Elasthan, Polyester, Viskose oder sonstigen dehnungsfreundlichen Materialien ist bei mir Pflicht.

Wodurch sich die angeschleppte Auswahl dann schon meist halbiert.
Die andere Hälfte nimmt man dann mit in die Kabine und denkt sich nur: hoffentlich passt IRGENDWAS davon …

Und dann geht’s los – Anprobieren.

Ein Fuß rein, der andere Fuß rein. Rechtes Hosenbein behutsam hoch lupfen

An diesem Punkt bemerkt man dann schon oft zum ersten Mal, dass einem deutlicher warm geworden ist und man anfängt zu schwitzen.
Wenn es schnell geht, bekomme ich die Hose nicht einmal über die Waden gezogen. Auch nicht unter Krafteinsatz und bedrohlichem Krächzen der Nähte.
Wenn man aber die Waden gemeistert hat, hoffentlich ohne größere Probleme, dann kommt die Herausforderung herself: die Oberschenkel. An diesem Punkt scheiterten bisher die meisten anprobierten Hosen. Ohne massive Schäden würde ich die nicht darüber bekommen.

Also fragt man höflich nach einer Nummer größer oder besser direkt zwei Nummern größer!

Nein, nicht weil mein Po so dick ist. Mein Po wirkt sogar eher verloren in diesen großen Größen, denn er ist „normal“ groß. Genauso wie mein Bauch.
Da wo meine Beine gerade so hinein passen, haben oben rum mein Bauch und mein Po umso mehr Spielraum. Da hilft auch kein Gürtel mehr.

the-final-showdownAn diesem Punkt steigen mir spätestens Tränen in die Augen.
Für viele bestimmt unvorstellbar: heulen im Klamotten-Laden, nur weil mal was nicht passt. Albern! Lächerlich! Übertrieben !
So ist das aber nunmal bei mir. Man kennt es nicht anders und genau das bricht einen jedes Mal ein kleines bisschen, egal wie oft man schon in dieser Situation war. Egal wie gut man mental darauf vorbereitet ist. Egal wie verständnisvoll andere scheinen.

Hier endet das Unterfangen Hosenkauf abrupt. Keine Hose. Keine gute Laune.

„Schade, vielleicht beim nächsten Mal.“, scherzt man dann noch freundlich mit einem zögerlichen Lächeln auf den Lippen, bevor man sich mit dem übrig gebliebenen Selbstbewusstsein und einer kleinen Träne im Auge aus dem Laden stiehlt.

Erst mal Durchatmen. Mein Herz rast als wolle es aus der Brust springen und mein Gesicht glüht.

Ich tröste mich dann gerne mit Worten von Coco Chanel, die so passend meinte:
„Mode ist vergänglich. Stil niemals.“


Das kommt dir alles seltsam vertraut vor?

Dann hast du vielleicht auch Lipödeme. Diese fiese Fettverteilungsstörung.
So wie ich.

Mir fällt es deswegen seit Jahren schwer Hosen für mich zu kaufen. Sie passen meistens nicht und wenn, dann finde ich sehe ich damit winzig und schlichtweg fett aus.
Beides Gründe definitiv keine Hose zu kaufen.
Trotzdem versuche ich es immer wieder. Bisher erfolglos.
Ich habe genau 2 Hosen in meinem Kleiderschrank. Eine helle Jeans (super stretchy von Topshop) und eine schwarze Business-Hose (100% Viskose). Dabei trage ich vor allem im Frühjahr oder auch Sommer gerne Jeans zu offenen Schuhen und einem legeren Shirt …

Man kann aber wohl einfach nicht alles haben.
Besonders nicht wenn man nicht in die üblichen Konfektionsgrößen passt.

Aber vielleicht sorgen die Hosen von LUNA LARGO für Abhilfe. Ich will es mal ausprobieren – wenn es denn meine Größe mal wieder online gibt.
So lange schaut euch aber gerne schon mal den Post von Carolines auf dem Lipödem-Mode Blog dazu an.

Bis dahin, Tschüssikowski.
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10 Fakten über Lipödem

Ich dachte als knackigen Kick-off zum Thema Lipödem, beginne ich mit einem kurzen Fakten-Check in Bezug auf diese meine Krankheit …


  1. Fettverteilungsstörung
    Das hat nichts überschüssigem Depot- und Speicherfett zu tun und implizit auch nicht, dass die Betroffene zwangsweise krankhaft übergewichtig ist/war.

    Beim Lipödem handelt es sich um ein vermehrtes Vorkommen krankhaft veränderter Fettzellen an Ober- und Unterschenkeln, sowie den Armen.
  2. Chronisch
    Das Lipödem ist eine chronisch Erkrankung. Das heißt, sie entwickelt sich langsam und andauernd weiter.
  3. Progredient
    Zudem ist sie unabdingbar fortschreitend mit zunehmend schweren Verlauf.
  4. immer schmerzhaft
    Die betroffenen Körperstellen sind besonders empfindlich gegen Druck und Berührung.
    Das hat zur Folge hat, dass auch nur geringe, kaum wahrnehmbare Stöße sich meistens zu Blutergüssen entwickeln. Was natürlich die Schmerzempfindlichkeit auf ein neues Level hebt. Dazu kommt auch gerne ein andauerndes Spannungs- und Schweregefühl der Extremitäten.
  5. immer symmetrisch
    Im Unterschied zum Lymphödem, sind beim Lipödem immer beide Extremitäten betroffen.
    Beide Arme. Beide Beine.
  6. nie an Händen & Füßen
    Obwohl Arme und Schenkel dick und geschwollen sind, bleiben Hände und Füße von der Fettverteilungsstörung meist verschont. Ebenso wie der Oberkörper, der ernährungsbedingt entsprechend mehr oder weniger schlank bleibt.
  7. optisch unproportional
    Der untere Teil des Körpers wirkt bei Betroffenen immer unverhältnismäßig zum Oberkörper.

    Der Taille-Hüfte-Quotient („waist to hip ratio“ = WHR) ist hierbei ein Vergleichsmerkmal, da dieser bei Lipödem-Betroffenen kleiner als 0.7 ist. Die Normalwerte liegen bei Männern Dementsprechend ist der Umfang der Hüfte mindestens 1,4-mal größer als der Taillenumfang.

  8. Diätresistent
    Das Lipödem hat nichts mit ernährungsbedingtem Übergewicht zu tun.
    Daher helfen auch übermäßiger Sport und Gewichtsverlust nicht weiter.
  9. nur bei Frauen
    In der Tat sind fast aussschließlich Frauen vom Lipödem betroffen.
    Es wird vermutet, dass es sowohl hormonelle als auch genetische Zusammenhänge gibt. Diese Annahmen sind jedoch nicht empirisch bestätigt.Es gibt auch Männer mit Lipödem-Erkrankungen. Jedoch stehen diese Diagnosen in Verbindung mit einer Schädigung der Leber, hormoneller Störungen oder auch hormoneller Tumorbehandlungen.
  10. ist nicht heilbar
    Der wohl gravierendste und gleichzeitig ernüchterndste Aspekt überhaupt: das Lipödem ist nicht heilbar. Zumindest nach aktuellem medizinischen Stand.
    Sondern nur therapierbar.

Ich hoffe, dieser kleine Überblick ist ein guter Einstieg in das Thema Lipödem, worum es in nächster Zeit noch sehr viel öfter gehen wird.

Hinterlasst mir gerne Feedback, Fragen, Anregungen, Wünsche, Hoffnungen in den Kommentaren und man liest sich wieder!

Tschüssikowski.
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MECKER MITTWOCH | Frauenparkplatz-Feministin

frauenparkplatz-feministin
Es ist soweit, der erste MECKER MITTWOCH steht in den Startlöchern und ich habe eine kleine Geschichte mitgebracht, die ich in diesem Post gerne „verarbeiten“ würde.
Sicherlich erhitzt dieses Thema die Gemüter und einige stimme mir vielleicht zu, andere hingegen überhaupt nicht.
Aber wisst ihr was: das ist meine Meinung !!
Ihr könnt gerne eine eigene Meinung dazu haben, Dinge und Sachverhalte anders sehen und mich für bekloppt erklären. Das macht eure Meinung dann aber nicht automatisch richtiger oder wichtiger.

Denn für alle, die es vielleicht nicht wussten: entsprechend der Duden-Definition ist eine Meinung nichts weiter als eine „persönliche Ansicht, Überzeugung, Einstellung o.Ä., die jemand in Bezug auf jemanden/etwas hat (und die sein Urteil bestimmt)“.

Also ohne weiteres Gefasel, lasst uns loslegen mit dem ersten MECKER MITTWOCH.


Eine Alltags-Anekdote

Ich war kürzlich Shoppen. Zusammen mit dem M.

Ganz gemütlich, ab ins Auto und ab zum Einkaufszentrum. An einem Samstag. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, hatten nicht nur wir diese tolle Idee.
Aber kein Problem, wir hatten uns schon emotional darauf eingestellt und waren ohne große Pläne im Gepäck unterwegs. Eben einfach nur gemütlich bummeln und eine schöne Zeit miteinander verbringen.

Wir fuhren also zum Einkaufszentrum und in das Parkleitsystem. Natürlich kam es hier schon zum ersten Stocken. Leute die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten, auch diesbezüglich Hinweisschilder aufgestellt waren, und dramatische Szenen bei der Parkplatzsuche direkt vor dem Haupteingang.

Für uns kein Problem. Wir sind jung. Wir sind fit. Wir nehmen auch ein paar Schritte Fußweg vom Parkplatz zum Einkaufszentrum in Kauf. No problemo.

Durch Zufall entdeckten wir dann auch recht fix ein junges Paar, dass in sein Auto stieg um weg zu fahren und wir stellten artig den Blinker, um anderen zu symbolisieren, dass wir auf dieses Auto warten wegzufahren. Alles gut, die Anderen fuhren an uns problemlos vorbei und wir parkten auf den mittlerweile frei gewordenen Parkplatz.
Als mir eine junge Dame in einem schwarzen Corsa auffiel, die ihre Scheibe runter gekurbelt hatte und irgendwas plapperte. Was ich jedoch nicht verstehen konnte, da mein Fenster geschlossen war. Freundlich signalisierte ich ihr, dass wir nicht weg fahren würden, da ich annahm, dass sie das vermutete und deswegen die ganze Zeit wartet, während andere weiter an uns vorbei fuhren.

Ich öffnete also die Tür, um auszusteigen und ihr zu sagen, dass dieser Parkplatz leider nicht frei werden würde als sie mir schon „Das ist ein Frauenparkplatz!“ entgegen meckerte. Dabei ein selbstgefälliges Grinsen auf den Lippen.
„Bin ich etwa keine Frau?“, erkundigte ich mich trotz besserem Wissens.
Nach einer kurzen Gedenkpause bekam ich nur als Antwort: „Er nicht.“
„Nun, da kann er ja auch nichts für.“, rutschte es mir dann über die Lippen und die junge Dame kurbelte kommentarlos ihr Fenster wieder hoch und brabbelte mit empörtem Gesichtsausdruck in ihrem Auto weiter als sie fort fuhr.

Kurios.

Am liebsten hätte ich noch so etwas gesagt wie: wenn du Angst hast, am hellichten Tag, in einem rappelvollen Parkbereich im Strom anderer Besucher zum Eingang zu laufen, dann nehme ich dich gerne an die Hand und führe dich persönlich hinein.
Aber das schien mir dann doch etwas frech. Und sie war ja auch schon weg.

Doch hat es bei mir einige Fragen aufgeworfen:
Hätte sie sich auch aufgeregt, wenn ich an diesem Tag gefahren wäre? Und der M. nur mein Beifahrer gewesen wäre.
Hätte sie auch bei jedem anderen Besucher, der anstatt uns, diesen Parkplatz besetzt hätte ihren Anflug von Feminismus umgesetzt?
Was hatte sie erwartet was passiert? Dass wir wieder fahren und sie dort parken kann?
Ist das jetzt so eine neue Sache, dass jeder sich bei Bedarf als Minderheit sieht, die durch alltägliches Verhalten sich diskriminiert fühlt? Mal abgesehen davon, dass Frauen nicht unbedingt nach Definition eine Minderheit sind.
Fragen über Fragen.

Manche brauchen wohl einfach ihr Quäntchen Drama am Tag.

Der Feind. Der Mann.

„Das feministische Bewusstsein ist das Bewusstsein davon, zum Opfer gemacht zu werden (…) Für manche Feministinnen ist diese feindselige Gewalt die ‚Gesellschaft‘, oder das ‚System‘; für andere ganz einfach Männer.“
– Sandra Bartky, Professorin für Philosophie und Gender Studies an der University of Illinois

Ich selber bin auch Feministin, in dem Sinne, dass ich es für wichtig halte, dass Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Menschenwürde von Frauen unterstützt und eingefordert werden.
Das bedeutet aber nicht, dass ich dafür Männer weniger schätze oder für weniger wichtig halte. Ich lese auch nicht die Emma oder habe ein Alice Schwarzer-Tattoo auf dem Oberarm. Sondern ich versuche nach Möglichkeit die Rechte & Würde Frauen auf sozialer, interpersoneller Ebene zu vertreten und zu unterstützen. Zum Beispiel, indem ich Frauen in meiner Familie und meinem Freundeskreis helfe, sie in ihrem Vorhaben bestärke oder einfach Mut und Selbstbewusstsein vermittle, das irgendwo auf der Strecke blieb.

Oft sind es nämlich die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

Und das beinhaltet kein unnötig theatralisches Verhalten hinter der Maske des Feminismus, nur um einen besseren Parkplatz zu ergattern, weil man vielleicht spät dran ist …
So etwas führt dann nämlich zu der verfälschten Wahrnehmung, dass alle Feministinnen stereotype „Kampf-Leseben“ mit Kurzhaarschnitt seien, die Männer hassen und Penisse scheiße finden. Denn das ist nicht, worum es geht.

Was bleibt da noch zu sagen? Nicht viel.
Außer vielleicht, schon die Jungs von Kraftklub haben 2012 ziemlich prägnant festgestellt: „Die Welt geht vor die Hunde Mädchen, traurig aber wahr.“
Also macht das Beste draus!


In diesem Sinne – Tschüssikowski.

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